Richtspruch
Schaut nur, wie sich heut alles freut!
Warum das? Ja, wir sind soweit.
Dass unser Haus - ihr dürft uns loben -
schon seinen Dachstuhl hat erhoben,
so dass wir nach dem Brauch, dem alten
jetzt können unser Richtfest halten.
Zum ersten schau'n wir himmelwärts,
denn voller dank klopft unser Herz,
weil unser Herrgott in der Tat
uns seine Hilf geliehen hat.
Nun möge sein Segen für alle Zeiten,
dies Haus und seine Leut' begleiten!
Die Maurer und die Zimmerleut,
die haben keine Müh gescheut.
Sie haben gehauen, gemessen, gericht',
bis alles hatte ein gutes Gesicht.
Drum will auf sie mein Glas ich heben,
die Handwerksleute, sie wollen leben:
Hoch! Hoch! Hoch!
Allein, was wären bloß die Fäust,
hätt' vorher nicht geschafft der Geist!
Denn ohne Ziel und ohne Plan
die Hand nur Pfuschwerk machen kann.
Drum will das zweite Glas ich heben -
erst recht der Architekt soll leben:
Hoch! Hoch! Hoch!
Er war natürlich sehr vergnügt,
als er den Auftrag hat gekriegt.
Dann lies er seinen Geist umspringen,
um uns're Fäust in Schwung zu bringen.
Glück sein hinfort in diesem Haus!
Die Eintracht fliehe nie daraus!
Der Tod kehr nur ganz selten ein.
Der Storch, der soll hier Stammgast sein.
Denn Freud' und Glück bringt immerdar
in jedes Haus die Kinderschar.
Dem Bauherrn und seiner Frau daneben
ein dreifach hoch! sie sollen leben.
Hoch! Hoch! Hoch!
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